Waschzwang
Waschzwang: Ursachen

Der Waschzwang zählt zu den Zwangshandlungen und ist neben dem Kontrollzwang eine der am häufigsten auftretenden Zwangsstörungen. Wer unter einem Waschzwang leidet, wäscht sich überdurchschnittlich oft die Hände oder duscht mehrmals täglich, um sich sauber zu fühlen. Dieser Anspruch an Reinheit kann sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne verstanden werden, was den beiden Hauptmotiven für den Waschzwang entspricht: der körperlichen Reinigung, um sich vor äußerem Schmutz und Bakterien zu schützen, sowie der innerlichen Reinigung, die Schutz vor unreinen Gedanken bieten soll. Im ersten Fall zeigt sich der Waschzwang mitunter auch im wiederholten Abspülen der Gegenstände, die von einem selbst oder anderen berührt wurden. Das Waschen findet zumeist nach festen Regeln statt, denen sich der Betroffene unterwirft. Im Verlauf der Zwangsstörung gleicht der Waschzwang mitunter einem typischen Suchtverhalten, das sich in einer Steigerung der Dosis zeigt. Beim Waschzwang verschafft das Waschen nach einer gewissen Zeit nicht mehr dasselbe Gefühl der Reinigung, wodurch die Waschrituale immer öfter wiederholt werden. Dies kann bis hin zur sozialen Isolation führen, da die Teilnahme am normalen gesellschaftlichen Leben aufgrund der Zwänge unmöglich wird. Oft bleiben Störungen wie Waschzwänge über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren unbehandelt.
Waschzwang: Therapie und ihre Formen

Hinsichtlich der Waschzwänge lassen sich mithilfe einer Verhaltenstherapie deutliche Verbesserungen erzielen. Gelegentlich können auch Medikamente wie Antidepressiva den Waschzwang eindämmen, doch die besten Erfolge erzielte man bislang mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. Dabei werden Betroffene nach und nach darin geschult, wieder selbst die Kontrolle über ihr Verhalten zu erlangen und sich ganz bewusst den Zwängen zu widersetzen. Inwiefern eine tatsächliche Heilung möglich ist, hängt sicher vom Einzelfall ab, wobei die Intensität und Ausprägung der Zwänge eine entscheidende Rolle spielt. Wird beispielsweise ein Waschzwang bei Kindern diagnostiziert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine frühzeitige Behandlung ein weitestgehend normales Leben ermöglicht, sicher höher als bei älteren Menschen. Inzwischen gibt es dank des Internets auch viele Möglichkeiten, mittels einer Online-Beratung oder Telefonberatung auf diskrete Weise professionelle Hilfe bei einem Waschzwang in Anspruch zu nehmen.
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